D E P R E S S I O N . I M . S P I E G E L . D E R . M E D I E N

 

Schwerpunkt: Visuelle Kommunikation

Am Dienstag, den 24. März 2015 ereignete sich eine Tragödie. Eine Tragödie, über die weltweit berichtet wurde. Der Co-Pilot Andreas Lubitz lenkte bewusst die Germanwings-Maschine 4U9525 gegen die französischen Alpen. 149 Menschen starben. Und die Frage, die sich alle stellten lautete: „Warum?“

 

Vermeintlich schnell wurde eine Antwort gefunden. Er hatte eine Depression. Das jedoch ist eine viel zu einfache Erklärung. Verschiedene Gesellschaften, Organisationen und Stiftungen wurden laut und kritisierten die Berichterstattung großer Medien. Vorurteile wurden weiter geschürt, Stigmata forciert und durch die Debatten „Berufsverbot“ oder „Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht“ weiter verstärkt. Dabei gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Depressive für andere gefährlicher sind als nicht-depressive.

 

Depressionen haben viele Gesichter, kennen weder Alter noch Geschlecht. Es kann jeden treffen: Große und Kleine, Atheisten und Religiöse, Intelligente und Dumme. Hausfrauen, Journalisten, Manager, Metzger, Studenten oder Wissenschaftler. Doch viele Erkrankte trauen sich aus Angst vor Nachteilen nicht, offen über ihre Krankheit zu sprechen. So wird auch der Heilungsprozess erschwert.

 

Außenstehende werden vermutlich nie verstehen können, was Depressionen wirklich sind und wie sie sich anfühlen. Es ist eine Krankheit, in der die Seele um das Überleben kämpft. Aber sie ist etwas Gegebenes und sie ist mitten unter uns. Wir müssen lernen - wie die Betroffenen selbst - richtig damit umzugehen. Dazu benötigen wir Aufklärung. Und Medien sind dafür ein wichtiges Sprachrohr, sie tragen zur Meinungsbildung der Gesellschaft grundlegend bei. Doch leider wird noch immer viel in der Berichterstattung falsch gemacht. Doch es ist für Journalisten nicht leicht, eine gute und nicht stigmatisierende Berichterstattung zu liefern. Denn es wird von der Pike an gelernt, so detailgetreu wie möglich zu schreiben und Fakten zu liefern. Es ist ein Spannungsfeld, dem Journalisten nur schwer gerecht werden können.

 

Deshalb muss auch deutlich gesagt werden: Die Krankheit wurde bereits aus der Ecke geholt. Es gibt regelmäßige Berichterstattung. Die wichtige Frage ist oft nur, WIE darüber berichtet wird. Denn auch wenn diese Erkrankung seit Jahrhunderten präsent ist, wird sie noch immer in unserer heutigen Gesellschaft nicht vollständig akzeptiert. Und das muss sich ändern.

 

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Für weitere Informationen rund um meine Abschlussarbeit  "depression" im Bereich "Modejournalismus/ Medienkommunikation" melden Sie sich gerne bei mir.


L A Y O U T

Dass es aber trotz viel Schwermut und teils Ausweglosigkeit einen Weg aus der Depression gibt, möchte ich vor allem durch meine Gestaltung ausdrücken.

 

Deshalb  ist das Cover komplett weiß gestaltet. Der Titel „Depression“ steht allein für sich und zentral. Klein aber nicht unleserlich, nicht aufdringlich aber bestehend.

 

T Y P O G R A F I E - Futura

Sie ist rund, sie ist dick, sie ist standhaft. So sollten Außenstehende oder Angehörige auch sein – eine Stütze! Die Überschriften, die mit Futura gelayoutet wurden, sind meistens innerhalb des Wortes ein- oder mehrmals getrennt. Damit möchte ich auf den Bruch aufmerksam machen, der auch bei der Krankheit entsteht – bei längeren Wörtern wie „Eidesstattliche Versicherung“ werden zusätzlich Höhen und Tiefen visualisiert, die die Depression üblicherweise mit sich bringt.

 

Courier New

Sperrig. Eine Schrift, die nicht einfach zu lesen ist. Und trotzdem habe ich sie für alle Fließtexte verwendet. Das war pure Absicht. Man muss auch bei der Krankheit zwei Mal hinschauen – es ist vielleicht ein kleiner Kampf die Schrift zu lesen und kann mit der Zeit etwas anstrengend sein. Aber so ähnlich ist es ja auch bei der Depression, wenn man sie besiegen möchte.

 

Baskerville

im Zusammenspiel mit der Futura für Zwischenseiten verwendet.

Mitte ein Cut, der die Wörter und Schriften unterbricht – wie das eigene Leben. Ein Bruch zwischen der eigenen Persönlichkeit – Denn schnell wird aus Freude Leere.

Trotzdem habe ich die Bereiche so gelayoutet, dass sie noch standhaft wirken und die Font sozusagen nicht den Boden unter den Füßen verliert...

 

 

R A S T E R

Textblöcke - Höhen und Tiefen - aber stets am Ende der Seiten als Höhe gelayoutet. Alle Textblöcke sind inhaltlich an das Layout angepasst.


F A R B E N

 

Hautsächlich liegt der Fokus auf den Farben schwarz, weiss und grau.

Es gibt Tiefen (schwarz), Heilungsprozesse (grau) und Heilung (weiß). Aus diesem Grund war es mir extrem wichtig, dass mein komplettes Booklet vorwiegend weiß gestaltet ist. Denn es gibt einen Weg aus der Krankheit.

Um einen farblichen Akzent zu setzen und auch psychologisch den Leser zu beeinflussen, taucht die Farbe orange hin und wieder auf. Die Farbe orange ist bekannt als Kraftspender nach physischer oder seelischer Erschöpfung. Es repräsentiert vitale Stärke und Aktivität. Die Wärme dieser Farbe hebt unweigerlich die Stimmung: Orange ist die Farbe der Freude, des Lustigen, der Geselligkeit. Sie hebt Geborgenheit, Gemütlichkeit und emotionale Wärme hervor. Pessimismus, Depression und Antriebsarmut werden verblüffend positiv beeinflusst.